eine Lötfrage....

Die alternative Firmware für ESP8266 based devices

Moderatoren: seppy, udo1toni

Benutzeravatar
Steinspiel
Beiträge: 238
Registriert: 28. Dez 2019 08:49
Answers: 2

eine Lötfrage....

Beitrag von Steinspiel »

Moin,

Denke hier habe ich am ehesten die Chance einen Hinweis bei meinem Problem zu bekommen...

Ich will es mal mit Tasmota versuchen. Meine MagicHome WLAN Controller müssen dazu mangels anderer Möglichkeiten mit dem Lötkolben bearbeitet werden…

Bis auf ein paar YT Tutorials habe ich noch nicht viel mit der Materie zu tun gehabt, bevor meine Lötstation hier ankam. Meine ersten Lötversuche an einem defekten Controller liefen gut und die Pins der „Jumper Kabel“ (heißen die so?) ließen sich problemlos anlöten.

Bild

Jetzt wo es ernst wird, weil ich funktionierende Controller verwende, habe ich das Problem das das Lötzinn NICHT immer an den Lötpunkten haftet.
Der geschmolzene Tropfen hängt an der Lötspitze bzw. am Draht selbst, verbindet sich aber nicht mit dem Lötpunkt der Platine. Ich habe Bleifreies Lot mit Kolophonium Kern dessen Schmelzpunkt bei 227°liegen soll. Allerdings beginnt es erst zu schmelzen wenn die Lötstation 330° anzeigt und ich finde bei der 380°Anzeige läuft es am besten.

Ich habe es mit Lötfett versucht: egal ob ich die Lötspitze nur eintauche oder das Fett direkt auf den Lötpunkt gebe, immer das gleiche negative Ergebnis. Auch wenn ich den Lötpunkt mit dem Schraubenzieher anrauhe – keine Chance!

Vielleicht kann sich mal jemand meinen Clip https://www.youtube.com/watch?v=Nfz7p10kyWE ansehen und mir sagen was ich falsch oder anders machen sollte.

Danke fürs lesen, einen schönen Restsonntag und ne gesunde Woche…
bis dann, Steinspiel

Benutzeravatar
udo1toni
Beiträge: 4810
Registriert: 11. Apr 2018 18:05
Answers: 50
Wohnort: Darmstadt

Re: eine Lötfrage....

Beitrag von udo1toni »

Beim Löten ist es wichtig, ab und zu die Spitze des Lötkolbens zu reinigen. Wenn Du eine Lötstation hast, könnte ein kleiner Schwamm mit dabei sein. Den machst Du nass. Wenn der Lötkolben aufgeheizt ist, kannst Du die Spitze daran abwischen. Alternativ kannst Du auch einfach ein Papiertuch (Küchenrolle) oder einen Putzlappen nehmen (z.B. ein altes Stück Frottee...), natürlich sollte das Abwischen flott passieren, damit der Stoff oder das Papier keine Zeit hat, das Schmoren zu beginnen.Die Lötspitze sollte dann glänzend, aber nicht mehr dick mit Lötzinn benetzt sein.

Abgesehen davon gibt es weitere Möglichkeiten ohne Löten (kommt natürlich darauf an, wie die Baugruppe ohne vorheriges Löten aussieht).
Zum einen gibt es ein Programnamens tuya-convert, mit dem man etliche Baugruppen ohne Löten OTA flashen kann. Kann natürlich sein, dass diese Baugruppe nicht dazu gehört :).
Zum zweiten, falls "ungelötete" Lötaugen vorhanden sind, reicht es meist, einen Lötstift in das Loch zu schieben und festzuklemmen.
Zum dritten, falls die Punkte leider kein Loch haben, bleibt immer noch die (aufwändige) Möglichkeit, einen Adapter zu basteln, der die Kontakte exakt an den richtigen Stellen fixiert. Dann klemmt man die Platine gegen diesen Adapter, programmiert und entfernt den Adapter wieder.
Dieser Aufwand lohnt natürlich nur, wenn man etliche gleiche Baugruppen bearbeiten will, ist aber immerhin noch eine Möglichkeit, wenn alles andere fehlschlägt. Zur Not tut's ein Sperrholzbrett mit kleinen Löchern, exakt an den richtigen Stellen, als Kontakte dünne Stahlstifte (die dann idealerweise im Holz klemmen) und zwei Gummibänder zum Position halten.

imhofa
Beiträge: 3
Registriert: 10. Sep 2020 09:04

Re: eine Lötfrage....

Beitrag von imhofa »

Also, im Video sehe ich ein paar Ungereimtheiten...

1. Temperatur:
diese ist mit 380°C eindeutig zu hoch eingestellt. Eigentlich sollten 250..320°C völlig reichen.

2. Löten:
im Video ist zu sehen, dass Du den Lötkolben über das Lötpad ziehst, aber keinen richtigen Kontakt hast. Du solltest die Lötspitze VOR dem Löten einfach mal für 1-2 Sekunden richtig auf das Pad setzen, damit sich dieses erwärmt. Sonst erkaltet das Lötzinn wieder und haftet nicht auf dem Pad.
Also Lötspitze auf Pad, kurz warten, Lötzinn hinzugeben (Lötspitze immer noch auf Pad), danach Lötzinn und Lötspitze wieder vom Pad nehmen.

Eigentlich sollte dies so ganz gut gehen. Wenn die Temperatur zu hoch ist, "verbrennt" das Flußmittel und es fließt nichts mehr...
Lötfett habe ich noch nie verwendet, wird eher bei Gas-Wasser gebraucht...

Gute Hilfen gibt es bei Conrad oder Reichelt in deren Info-Bereichen...

Benutzeravatar
Steinspiel
Beiträge: 238
Registriert: 28. Dez 2019 08:49
Answers: 2

Re: eine Lötfrage....

Beitrag von Steinspiel »

udo1toni hat geschrieben: 15. Nov 2020 20:40 [...]
mit dem man etliche Baugruppen ohne Löten OTA flashen kann. Kann natürlich sein, dass diese Baugruppe nicht dazu gehört :).
[...]
einen Adapter zu basteln, der die Kontakte exakt an den richtigen Stellen fixiert
Diese OTA Sache habe ich bisher noch nicht in Erwägung gezogen. Werde ich aber prüfen!

Das mit dem Adapter war ne gute Idee. das Sperrholz habe ich gegen Plexi ersetzt, so kann man mehr sehen was man tut. Die Bohrungen sitzen auch auf dem Punkt, nur gibt es zwei Möglichkeiten: entweder die Bohrungen sind so stramm das man die Kupferdrähte nur mit großem Kraftaufwand hindurch bekommt und sie verbiegen dabei, oder aber die Bohrungen haben umlfd. 1/4mm Luft was reicht damit sie nicht mehr genau auf dem Lötpunkt sitzen... Mir fehtlt es noch an der passenden Idee sie auf dem Plexi zu fixieren wenn sie unten auf der Platine auf den Punkt sitzen... Heißkleber finde ich noch nicht so toll...

Bild

Bild
bis dann, Steinspiel

Benutzeravatar
Steinspiel
Beiträge: 238
Registriert: 28. Dez 2019 08:49
Answers: 2

Re: eine Lötfrage....

Beitrag von Steinspiel »

imhofa hat geschrieben: 16. Nov 2020 13:44 [...]
Eigentlich sollte dies so ganz gut gehen. Wenn die Temperatur zu hoch ist, "verbrennt" das Flußmittel und es fließt nichts mehr...
Moin,

Ich habe es jetzt gerade noch einmal nach Deinen Hinweisen durchgespielt:

Zuerst herausgefunden das bei Anzeige "320" das Zinn anfängt zu schmelzen (die Anzeige muss ja nicht zwingend die tatsächliche Gradzahl anzeigen, denke ich)
Lötspitze sauber gemacht, dann zwei, drei Sekunden den Lötpunkt erwärmt und anschließend das Zinn an die Spitze (immer noch auf dem Lötpunkt) gehalten. Das Zinn schmilzt, bleibt aber an der Lötspitze, das Geschmolzene wird größer und "kriecht" die Lötspitze hinauf... Auf dem Lötpunkt haftet nichts! Es ist als sei der Lötpunkt imprägniert... selbst wenn der Tropfen von der Spitze herunter fällt bildet sich eine Kugel und das ganze bleibt ohne Haftung auf der Platine liegen. :-(

Womit könnte man den Lötpunkt / die Platine reinigen? Oder was ist mit Flussmittel, würde das was bringen?

Danke für Deine Hinweise.
bis dann, Steinspiel

Jojo
Beiträge: 73
Registriert: 5. Mär 2019 21:13
Wohnort: Ingolstadt

Re: eine Lötfrage....

Beitrag von Jojo »

Aus meiner Ausbildung:
Das Lot fliesst dahin, wo es gleichwarm ist.
UND: nicht der Lötkolben schmilzt das Lot sondern der Draht des Bauteils.

Duz musst also die beiden Drähte die du verlöten willst nebeneinander bringen, genau genommen aufeinander. Dann miteinander erwärmen ( da kommt der Lötkolben ins Spiel ). Und dann das Lötzinn am Draht ( nicht am Lötkolben ) schmelzen lassen
--

Gruß

Jojo

violine21
Beiträge: 351
Registriert: 20. Sep 2019 05:49
Answers: 5

Re: eine Lötfrage....

Beitrag von violine21 »

Steinspiel hat geschrieben: 16. Nov 2020 20:12 Es ist als sei der Lötpunkt imprägniert... selbst wenn der Tropfen von der Spitze herunter fällt bildet sich eine Kugel und das ganze bleibt ohne Haftung auf der Platine liegen. :-(

Womit könnte man den Lötpunkt / die Platine reinigen? Oder was ist mit Flussmittel, würde das was bringen?
Es sieht tatsächlich so aus, als wär die fertige Platine mit einem Schutzlack überzogen.
Solche Problemfälle löse ich immer mit einem Glaspinsel.
Hier mal ein Beispiel:
https://www.reichelt.de/de/de/glasfaser ... w_wcB&&r=1

Benutzeravatar
Steinspiel
Beiträge: 238
Registriert: 28. Dez 2019 08:49
Answers: 2

Re: eine Lötfrage....

Beitrag von Steinspiel »

Moin,

Ich konnte erst jetzt antworten, habe ziemlich zu tun im Moment...

Also meine "Flashvorrichtung" habe ich etwas modifiziert: in dem ich die Drähte oben durch zwei Lagen Plexi führe hat sich der Halt der Drähte deutlich verbessert. Diese selbst habe ich noch flach angefeilt damit sie auf den Lötpunkten gut aufliegen.. Das scheint zu funktionieren.

Bild

Was allerdings bleibt ist mein Lötproblem und ich habe das Gefühl es liegt am mangelnden Unvermögen meinerseits ;-(
Die ersten Versuche an den defekten Controllern liefen Problemlos und jetzt?! Bisher konnte ich ja alles auf die Platine schieben, aber im Moment schaffe es nicht mal einen Jumperkabel an einen Drahtstift zu löten!
Jojo hat geschrieben: 20. Nov 2020 21:09 [...]
Duz musst also die beiden Drähte die du verlöten willst nebeneinander bringen, genau genommen aufeinander.
Ich habe die Temperatur herunter gefahren wie @imhofa meinte, dann die Drähte erwärmt wie @Jojo es empfohlen hat, trotzdem bleibt das Lötzin Tropfenartig am Jumperkabel oder Lötspitze hängen der Kupferdraht bleibt sauber, Nichts! :-(

Zur Verdeutlichung noch mal ein kleiner Clip, (die Aufwärmung der Drähte habe ich raus geschnitten)
https://youtu.be/O7fKEKEUvCI

Leide habe ich nicht die Möglichkeit jemanden über die Schulter zu schauen oder mir das sonst irgendwie zeigen zu lassen...
violine21 hat geschrieben: 21. Nov 2020 13:38 [...]
Solche Problemfälle löse ich immer mit einem Glaspinsel.
Ich hatte mir Flussmittel bestellt in der Hoffnug das das was bringt, aber leider geistert die Sendung schon seit ner Woche durch die DHL Stationen Norddeutschlands... Ich werde mal am besten gleich einen Glasstift hinterher bestellen.

Wie gesagt, bin für alle Hinweise offen, auch wenn das weitere Mängel an meienr Technik offenlegt. ;-)

Danke.
bis dann, Steinspiel

KlausPi
Beiträge: 27
Registriert: 12. Sep 2019 19:53

Re: eine Lötfrage....

Beitrag von KlausPi »

:lol: :lol: :lol:

Sehr hektisch was du da machst.

Schau als erstes mal, dass die einzelnen Kabel leicht mit Zinn überzogen sind. Dafür die Lötspitze auf das Kabel, und gleichzeitig das Zinn an das Kabel. Lötspitze und Lötzinn sollen sich nicht berühren.
Als nächstes fixiert du beide Kabel so, dass sie sich berühren. So dass die Temperatur der Lötspitze in beide Kabel übergeht. Normalerweise solltest du jetzt kurz die Lötspitze dran halten und beides verbindet sich. Ansonsten noch kurz was nach fließen lassen.

Ich vermute dass die Beschichtung deiner Lötspitze kaputt ist. Entweder zu heiß geworden, oder unsachgemäß gereinigt. Sobald die Beschichtung hin ist, fließt das Lot immer zur Spitze.

Zwei Kabel solltest du damit aber trotzdem zusammen bekommen :D Das ist keine RaketenTechnik.

Benutzeravatar
Steinspiel
Beiträge: 238
Registriert: 28. Dez 2019 08:49
Answers: 2

Re: eine Lötfrage....

Beitrag von Steinspiel »

KlausPi hat geschrieben: 22. Nov 2020 19:02 Sehr hektisch was du da machst.
[...]
Zwei Kabel solltest du damit aber trotzdem zusammen bekommen :D Das ist keine RaketenTechnik.
Ich habe das mal jetzt "in Ruhe" ;-) versucht. Das Kabel mit Lötzinn zu versehen ist dann ja, sagen wir mal langwierig... Ich dachte bisher wenn der Lötpunkt auf der Platine zu lange heiß ist, das das die Platine dann Schaden nimmt.

Aber, sobald das verlaufene Lötzin auf dem Kabel die Spitze berührt (ich weiß, das soll nicht sein) läuft das Zinn zur Spitze und bildet einen Tropfen!

Das mit dem falschen reinigen der Spitze kann schon sein. Von Drahtbürste bis Schraubenzieher war alles bisher dabei...

Wie würde man eine Lötspitze richtig reinigen?
bis dann, Steinspiel

Antworten