Meine 2 Cent:
Ein wichtiger Punkt beim Einstieg ist, zu verstehen, was Items und Things sind
Things sind die Abbildung der Hardware in openHAB - jedes physische Gerät ist ein Thing. Bussysteme können teilweise in ihrer Gesamtheit als ein Gerät betrachtet werden, das entspricht aber nicht der ursprünglichen Intention.
Items repräsentieren Zustände und steuerbare Datenpunkte. Sie sind vollständig von der Hardware abstrahiert, das heißt, wenn Du z.B. ein Switch Item hast, dann spielt es keine Rolle, ob damit ein Fernseher ein/ausgeschaltet wird (evtl. über das herstellereigene Protokoll), eine WLAN Steckdose, ein knx oder Loxone Aktor, oder, oder... Das geht so weit, dass, wenn Du mal eine Hardware austauschen musst/willst, das Item nicht verändert werden muss (bis auf die Verlinkung zum Channel).
Entsprechend ist es meist nicht sinnvoll, ein Item nach einer Hardware zu benennen, von wenigen Ausnahmen mal abgesehen. Stattdessen sollte sich ein Itemname auf die konkrete Funktion beziehen, z.B. statt
HueSwitchLampe36OnOff besser
OG1FlurLicht.
openHAB bietet in der MainUI das Semantic Model an, womit man den Standort modellieren kann. Das Model ist eine hierarchische Struktur und nutzt dafür Group Items und Tags, angefangen z.B. mit dem Grundstück, den darauf befindlichen Gebäuden + Außenbereichen, je Gebäude die einzelnen Stockwerke, je Stockwerk die einzelnen Räume, je Raum die dort platzierten Geräte und schließlich die einzelnen Funktionen der Geräte. Das hat @lenschith ja oben als Screenshot gezeigt.
Alleine dadurch erreicht man schon eine gewisse Struktur.
Es gibt auch Items, die sich außerhalb des Semantic Model bewegen, z.B. weil sie keiner Location und auch keinem Device eindeutig zuzuordnen sind.
Beim Semantic Model ist zu beachten, dass alle beteiligten Items exakt einmal innerhalb des Model auftauchen - Eine Location ist immer eindeutig, es mag z.B. mehrere Wohnzimmer geben, aber die befinden sich auf unterschiedlichen Stockwerken usw., ein Gerät kann physisch nur an einem Ort existieren, ein Datenpunkt gehört zu genau einem Gerät...
Hat man ein Gerät, welches nicht ortsfest ist und auch häufig "wandert", dann muss man es eben auf einer höheren Ebene einsortieren (eine dynamische Zuordnung innerhalb des Semantic Model ist nur mittels Programmierung mit einigem Aufwand möglich).
Außerhalb des Semantic Model kann jedes Item beliebig vielen anderen Group Items zugeordnet sein, auch solche Items, die Teil des Semantic Model sind (bis auf die Group Items des Semantic Model natürlich, denn dann würden sie ja mehrfach im Model auftauchen).
Man muss das Semantic Model aber nicht zwingend nutzen (das kam überhaupt erst mit OH3) und kann sich auch eine komplett eigene Struktur ausdenken - die räumliche Anordnung erscheint aber sinnvoll
Aus dem Semantic Model generiert openHAB automatisch verschiedene Ansichten (Karteireiter unten in der MainUI), so dass man ohne Aufwand schon einen raum- und gerätebezogenen Zugriff erhält, ohne überhaupt etwas für die UI konfiguriert zu haben. Das funktioniert nur, wenn das Semantic Model korrekt ind der vorgesehenen Hierarchie organisiert ist. Natürlich muss man nicht jede Ebene verwenden, z.B. in einer Wohnung ohne eigenen Garten braucht es vielleicht weder Grundstück noch Haus oder Stockwerk.
Wenn man klassisch über Textdateien konfiguriert, kann man sich frei entscheiden, wie man diese Dateien strukturiert, ob nun funktional, nach Gerätefamilien, nach Addons, nach Hersteller... Das hat @peter-pan ja schon gezeigt. Seit OH5 gibt es noch eine weitere Option, das ist die Konfiguration per yaml Datei, dort kann man auch die verschiedenen Konfigurationsebenen mischen, also z.B. ein Thing samt der zugehörigen Items in einer Datei speichern, auch Rules kann man dort mit ablegen, es wäre also denkbar, über eine yaml Datei alles, was zum Einbinden eines Geräts gebraucht wird ins System hinein zu konfigurieren. Ob das sinnvoll ist, muss man im Einzelfall entscheiden, aber es ist eine Option. Die yaml Strukturen kann man dabei bequem über die UI in die Zwischenablage übernehmen, wenn man neben dem Produktivsystem ein Stagesystem betreibt, kann das die Datenübernahme zwischen den beiden Systemen vereinfachen.