Herzlich willkommen im openHAB Forum!
Zunächst einmal ist Smarthome ein hochkomplexes Thema. Das mag für Anfänger in diesem Bereich nicht so scheinen, aber je tiefer man einsteigt, umso mehr Felder tun sich auf.
Ich bin ein "alter Hase" und schon seit openHAB1.0 (2012) dabei. Damals lief die openHAB Kommunikation über Google Groups - das Forum kam erst später - und es war alles Handarbeit. Dennoch war openHAB für mich damals ein Aha Erlebnis, denn es war mit weitem Abstand das am einfachsten einzurichtende System. Ich brauchte geschlagene 5 Minuten vom ersten Download (Test unter Windows) bis ich eine echte Leuchte über knx schalten konnte.
Alles andere, was ich bis zu dem Zeitpunkt in den Händen hatte, war eher mit halben Arbeitstagen einzurichten.
Allerdings war mein Setup damals zum einen sehr einfach (knx und sonst nix) und es gab auch nicht viele andere Open Source Optionen. Leibnix, Mister X, eine "Testversion" vom Gira Homeserver (das war nie Open Source, dennoch...), FHEM... alles wirklich kein Spaß, da war openHAB ein Gamechanger.
openHAB in einem xen pv Container einzurichten war easy - die virtuelle Infrastruktur war schon vorhanden - und die Konfiguration über einige wenige Textdateien war sehr einfach.
Aber openHAB wollte unbedingt "weniger nerdig" werden, entsprechend unternahmen die Entwickler große Anstrengungen, weg von der Textkonfiguration zu kommen. Es sollte unbedingt eine Autodiscovery her. Es mag für Einsteiger dadurch einfacher erscheinen, mein Eindruck ist aber, dass es dadurch eher komplizierter wurde.
Dennoch ist die UI inzwischen so gut, dass man wirklich angenehm arbeiten kann. Wichtig ist aber, dass man das Konzept von openHAB verstanden hat und nicht versucht, den eigenen Willen dagegen durchzusetzen.
Ich habe mir im Laufe der Jahre auch andere Systeme angeschaut (edomi - in meinen Augen ein Stück weit ein HS-Klon; IOBroker, Home Assistant natürlich auch, und noch einige andere, von denen ich die Namen inzwischen vergessen habe).
Mein Ergebnis: Alle kochen am Ende des Tages mit Wasser.
Im Grunde gibt es nur eine Hand voll Produkte, die sich heute den Markt mit openHAB teilen, und als direkter "Konkurrent" ist eigentlich nur HA übrig. (wobei HA klar der Big Player ist, auch wenn openHAB schon vorher da war)
HA hat wirtschaftliche Interessen und ein bezahltes Entwicklerteam. Man kann es kostenlos nutzen, allerdings fehlen dann bestimmte Funktionen und es gibt auch keinen offiziellen Support (außer über das Forum von anderen Anwendern) . Es bietet fast alles, was openHAB bietet, aber die Konfiguration läuft in einer anderen Form. Für mich als langjähriger openHAB Anwender ist das Konzept sperrig und ich vermisse in der Grundkonfiguration einige Dinge, die bei openHAB selbstverständlich sind.
HA hat auch Funktionen, die bei openHAB fehlen oder nur schwer realisierbar sind, das gilt aber auch umgekehrt. Und ob die Konfiguration dort leichter fällt? Nun ja, mir jedenfalls nicht...
Es gibt natürlich auch "professionelle" (was die Hersteller so nennen) Produkte, die aber alle einen Haken haben: Sie sind nicht systemübergreifend.
Das ist der Punkt bei openHAB: Es ist ein System, welches jeglichen Standard unter einen Hut bringen will und das auch in weiten Bereichen recht erfolgreich hinbekommt. Die Hauptaufgabe von openHAB war ursprünglich die eines Gateways mit API und Automation. Eine UI war nicht zwingend notwendig.
Wie oben erwähnt: Smarthome ist hochkomplex, nicht zuletzt, weil es vermutlich weltweit kein zwei Systeme gibt, die identisch aufgebaut sind. Es bleibt also nur, sich die fürs eigene System relevanten Dinge zusammen zu suchen und es selbst zu implementieren (oder jemanden dafür zu bezahlen - bei dem erwartbaren Aufwand eher keine Option, es sei denn, man hat einen Dukatenesel im Keller).
openHAB5.0.3 stable in einem Debian-Container (trixie, OpenJDK 21 headless runtime - LXC, 4 Kerne, 3 GByte RAM)
Hostsystem Proxmox 9.1.4 - AMD Ryzen 5 3600 6 Kerne, 12 Threads - 64 GByte RAM - ZFS Pools: Raid Z1, 3 x 20 TB HDD -> 40 TByte und Raid Z0-Mirrored 4 x 1 TByte NVMe -> 2 TByte